
Allwetterzoo stellt Auswilderungsprojekt vor
100 vom Aussterben bedrohte Gelbkopfschildkröten wurden seit Februar ausgewildert. Das Projekt ist das größte Auswilderungsprojekt in der Geschichte des Allwetterzoos.
Veröffentlicht: Freitag, 03.05.2024 13:31
Heute (03.05.) stellte der Münsteraner Allwetterzoo das größte Auswilderungsprojekt der Geschichte des Zoos vor. Dabei wurden 100 vom Aussterben bedrohte Gelbkopfschildkröten ausgewildert. Dies findet im "Angkor centre for converation of biodiversity" (ACCB), dem Auswilderungszentrum in Kambodscha, statt. Dr. Phillipp Wagner, Leiter des ACCB und Kurator für Artenschutz im Allwetterzoo, stellte das Projekt vor. Vor 20 Jahren wurden dort die ersten Tiere aufgenommen. Mittlerweile gibt es allerdings nicht nur Gelbkopfschildkröten, sondern über 1.000 Tiere mit 33 verschiedenen Arten. 35 lokale Mitarbeitenden versorgen die Tiere in Kambodscha.
Das größte Problem für die Tiere sei vor allem der Mensch, sagt Dr. Wagner. Im asiatischen Raum sind Schildkröten besonders als Nahrungsmittel und als Arznei beliebt. Aber auch der Mangel an Sand sei ein Problem. Die Schildkröten brauchen diesen, um die Eier zu vergraben und somit Nachwuchs zu bekommen. Allerdings ist Sand auch eine begehrte Ressource, um beispielsweise Häuser zu bauen. Aus diesem Grund fehlt Sand oft in dem natürlichen Lebensraum der Schildkröten. Ebenfalls der Klimawandel macht es den Tieren schwer einen Lebensraum zu finden. Im Jahr 2019 wurde deswegen die Gelbkopfschildkröte als "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Country Managerin ACCB Christel Griffioen, die von Kambodscha digital dazugeschaltet wurde, berichtete ebenfalls von sehr trockenem Wetter. Das sind schwierige Bedingungen für die Gelbkopfschildkröten.
Finanziert wird das Artenschutzprojekt vom Allwetterzoo und von Fördermitteln. Die Schirmherrschaft für die Aktion übernahm die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Svenja Schulze. Mit einer Urkunde wurde dies bestätigt.