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Abstimmung über "Flyover"
© Stadt Münster
So soll die Radverkehrsbrücke "Flyover" über die Weseler Straße führen.
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Abstimmung über "Flyover"

Heute Abend (19.05.) ist das aktuell am meisten diskutierte Verkehrsprojekt in Münster, die Fahrradbrücke "Flyover" am Aegidiitor, Tagesordnungspunkt im Hauptausschuss des Rates. Erwartet werden heiße Diskussionen und wohl auch nochmal Änderungsanträge. 

Veröffentlicht: Mittwoch, 19.05.2021 04:35

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Die Fahrradbrücke "Flyover" soll über die vierspurige Weseler Straße in Richtung Aasee führen und so die Promenade mit der Bismarckallee verbinden. Der Hauptausschuss des Rates, der am Mittwochabend coronabedingt stellvertretend für den Rat tagt, hat den Flyover als einen Tagesordnungspunkt deklariert.

Eine finale Entscheidung zu dem Thema wird es aber wohl noch nicht geben. Während die CDU-Ratsfraktion sich für den Flyover ausspricht, haben sich die Linken und die FDP bereits ablehnend zu dem Projekt geäußert. Auch der ADFC Münster gehört zu den Gegnern des Vorhabens.

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Fakten zur Fahrradbrücke

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Der Flyover soll eine Länge von knapp 350 Meter haben und über eine Rampensteigung von maximal 3,5 Prozent verfügen. Neben der Verbindung von der Promenade direkt zur Bismarckallee über die Weseler Straße soll er für eine Anbindung von Münsters Westen (Mecklenbeck/Aaseestadt/Pluggendurf) an die Innenstadt (Veloroute Münster - Senden) sorgen.

Die Gesamtkosten für die Brücke liegen wohl bei rund 10 Mio. Euro. Der Großteil, etwa 9,4 Mio. Euro, könnten über Fördermittel von Bund und Land finanziert werden. Ähnliche Fahrradbrücken gibt es bereits in Utrecht (Fietsroute Dafne Schippersbrug) oder Kopenhagen (Fahrradschlangen-Brücke über den Hafen).

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Pros und Contras

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ANTENNE MÜNSTER-Reporter Jonas Menke fasst zusammen:

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Jonas Menke / Anja Brukner und Christoph HausdorfWas spricht dafür, was dagegen?
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Die Pros

  • Radfahrer müssen an der Weseler Straße nicht an der Ampel warten und absteigen, sondern können direkt drüberfahren.
  • Die Brücke soll Teil der neuen geplanten Fahrradautobahn von Münster nach Mecklenbeck und Senden sein. Laut Gutachten würde außerdem der Verkehr auf der Weseler Straße etwas entlastet und der Unfallschwerpunkt an dieser Kreuzung würde entschärft werden. Und letzter Punkt vielleicht:
  • Sieht schick aus - Die Brücke könnte ein echter Hingucker werden, wie schon in anderen europäischen Großstädten wie Kopenhagen oder Utrecht

Die Contras

  • Die Strecke von der Bismarckstraße zur Promenade ist gar keine Hauptverkehrsader. Die Strecke würde von maximal 3.000 Radfahrern am Tag genutzt werden. Dafür sei der Aufwand viel zu groß. Die Stadt geht aber davon aus, dass sich die Nutzerzahlen im Rahmen der neuen Velorouten bald verdoppeln werden.
  • Die Form der Brücke mit einer nicht unerheblichen Steigung auf den Rampen. Das könnte für Radfahrer - etwa im Winter - gefährlich werden.
  • Viele finden, dass die Brücke eher den Autoverkehr auf der Weseler Straße besser fließen lässt, obwohl das erklärte Ziel ja ist, die Autos aus der Stadt möglichst rauszukriegen.
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CDU für, ADFC gegen das Projekt

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Der Flyover spaltet die Meinungen. Unter anderem die CDU spricht sich dafür aus. Stefan Weber von der CDU-Ratsfraktion gegenüber ANTENNE MÜNSTER:

Der Flyover bietet eine große Chance, die vielen Radfahrer, die die Promenade queren, über eine vierspurige Bundesstraße zu bringen und die Kreuzung damit zu entschärfen.

Kritik am "Flyover" kommt unter anderem von den Linken und der FDP, die sich bereits ablehnend dazu geäußert haben. Auch der ADFC Münster ist dagegen. Peter Wolter vom ADFC Münster im ANTENNE MÜNSTER-Interview:

In dem Bereich haben wir rund 30.000 Radler pro Tag. Für 90% dieser Radler würde diese Brücke aber gar nicht bringen.
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Anja Brukner und Christoph HausdorfVorzeigeprojekt oder Fehlplanung?
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Demo gegen "Flyover"

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Am Dienstagnachmittag (18. Mai) hatte es im Bereich Promenade/Am Kanonengraben bereits eine Demo gegen die geplante Fahrradbrücke gegeben. Veranstalter war die Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster, die das Bauvorhaben ablehnt. Sie hält das Brückenprojekt "Flyover" für kein effektives Mittel, die Verkehrswende in Münster voranzutreiben. Die IG Fahrradstadt Münster befürchtet sogar, dass der Flyover im ebenerdigen Bereich durch Änderungen von Ampelschaltungen Nachteile für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen bringen wird.

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Abstimmung über "Flyover"
© IG Fahrradstadt.ms
Die Interessengemeinschaft (IG) Fahrradstadt Münster hatte zu einer Kundgebung eingeladen.
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Vorzeigeprojekt oder Fehlplanung?

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Das meint ihr zur Fahrradbrücke "Flyover"
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