
Aaseegutachten: Untersuchung des Fischbestandes
Nach dem Fischsterben im Aasee im vergangenen Jahr hatte die Stadt Münster ein externes Fachgutachten vergeben, um die Hintergründe zu erforschen. Am Mittwochmorgen (09.10.) hat ein Team um den Sachverständigen Markus Kühlmann vom Ruhrverband damit begonnen, den Fischbestand im Aasee zu untersuchen. Diese Untersuchungen sind Teil des Gesamtgutachtens.
Veröffentlicht: Mittwoch, 09.10.2019 13:26
Am Ende der Untersuchungen soll ein sogennater fischereilicher Hegeplan, ein spezielles Fischgutachten, entstehen. Das soll Empfehlungen beinhalten, wie der Fischbestand zukünftig auf „Aasee-verträglichem“ Niveau gehalten werden kann.
Das Gutachten zum Fischbestand hat Markus Kühlmann vom Ruhrverband übernommen. Der Fischwirtschaftsmeister und Sachverständige für Flussgebietsmanagement führt die Bestandsuntersuchung in enger Kooperation mit dem Fischereiverein „Frühauf Münster e.V.“ durch. Auch die zukünftig erforderlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen werden in intensiver Abstimmung mit dem Fischereiverein erarbeitet.
Ziel des Fischgutachtens
Mithilfe der Infos aus den Untersuchungen will Kühlmann einen Plan entwickeln, wie der Fischbestand auf Dauer gut gemanagt werden kann, sodass der Aasee in Zukunft nicht noch einmal umkippt.
Dazu gehöre unter andere eine gesunde "Mischung" der verschiedenen Fischarten. Im Optimalfall seien 60 Prozent Fried- und 40 Prozent Raubfische. Denn diese halten die Menge der Fische im Aasee auf einem gesunden Level.
Zum Plan gehören dann auch mögliche Maßnahmen, um den Fischbestand auf Dauer zu kontrollieren.
Kontrollmaßnahmen
Das sind zum einen die Fragen:
- Welche Raubfische werden in welchen Situationen am besten eingesetzt, damit sich der Bestand von alleine reguliert?
- Welche Fische müssen zusätzlich von Menschen aus dem See geholt und möglicherweise in andere Gewässer umgesetzt werden?
Eins der Probleme im vergangenen Jahr
Denn im vergangenen Jahr haben besonders viele Fische im See gelebt, weil der Nährstoffgehalt so gut war. Selbst die Angler am See seien nicht mehr hinterher gekommen, so Karl-Heinz Wortmann vom Angelverein "Frühauf Münster". Und diese vielen Fische haben sich zum Beispiel von Kleinkrebsen und Wasserflöhen ernährt. Deshalb habe es zu wenige Kleinkrebse und Wasserflöhe gegeben, die die Blaualgen fressen konnten. Und die Blaualgen haben dem See und damit den Fischen den Sauerstoff entzogen.
Aber Kühlmann sagt auch:
Die Fische an sich waren nicht die einzige Ursache dafür, dass der Sauerstoff knapp wurde. Es gibt mehrere Gründe. Die Fische sind ein Part.
Und sein Part sei es, fischölkologisch eine Planung durchzuführen, um den Fischbestand in Zukunft gut zu hegen und managen und im Blick zu behalten. Dabei arbeite er auch eng mit dem Angelverein "Frühauf Münster" zusammen.
Ergebnisse
Das Fischgutachten soll Anfang 2020 fertig sein. Schon vorher, Ende 2019, will Prof. Dietrich Borchardt mithilfe der Infos zum Fischbestand das Gesamtgutachten zum Aasee vorstellen. Das sei aktuell der Plan, so der Gewässerschutzbeauftragte der Stadt, Berthold Reloe, im ANTENNE MÜNSTER-Interview.
Die Situation aktuell
Dem Aasee aktuell gehe es sehr gut, meint Lutz Hirschmann von der Umweltbehörde der Stadt. Erste Untersuchungen im Frühjahr und Beobachtungen seitdem haben gezeigt, dass nicht alle Fische im Aasee beim Fischsterben im letzten Jahr verendet sind.





